Anosmie & Hyposmie: Wirken ätherische Öle auch bei eingeschränktem oder fehlendem Geruchssinn?

Die spannende Frage, ob ätherische Öle auch dann wirken, wenn man so gut wie nichts mehr riecht, wurde mir gestern von einer Teilnehmerin im Rahmen einer Info-Veranstaltungen gestellt. Schätzungen zufolge ist der Geruchssinn tatsächlich bei ca. 5% der Menschen gar nicht mehr vorhanden (der Arzt spricht hier von einer “Anosmie”) und bei einem entsprechend größeren Prozentsatz eingeschränkt (“Hyposmie”). Daher ist es sicherlich sinnvoll, dieser Frage auch hier bei Oils4You einmal nachzugehen.

Zunächst einmal möchte ich dazu ein wenig differenzieren. Wenn Du Dich selbst bereits mit ätherischen Ölen befasst hast, wirst Du wissen, dass es für diese Öle verschiedene Anwendungsformen gibt, die sich danach richten, was Du hiermit konkret bewirken möchtest. Beachte hierbei bitte, dass das Folgende ausschließlich für ätherische Öle in garantiert reiner, therapeutischer Qualität gilt!

Topische Anwendung

Viele ätherische Öle lassen sich topisch, das heißt durch Auftragen auf die Haut anwenden. Hierbei werden die Öle über die Poren aufgenommen und gelangen so in den Blutkreislauf und können dann ihre Wirkung entfalten.
Bei einer topischen Anwendung gibt es für Menschen mit eingeschränktem oder fehlendem Geruchssinn naheliegenderweise keine Einschränkungen.

Interne Anwendung

Bei vielen Ölen – jedoch nicht bei allen – ist auch eine interne Anwendung, d.h. das Einnehmen des Öls möglich und sinnvoll. Insbesondere gilt dies, wenn Du eine Wirkung auf Deine Verdauung erzielen oder Dein Immunsystem unterstützen möchtest.
Auch die interne Anwendung ätherischer Öle ist für Menschen mit eingeschränktem bzw. fehlendem Geruchssinn problemlos möglich.

Aromatische Anwendung

Und letztlich – und hier wird es nun spannend – ist natürlich die aromatische Nutzung, d.h. das Inhalieren ätherischer Öle (oder die Nutzung mittels eines Ultraschall-Diffusers) eine ganz wesentliche Anwendungsform.

Hier müssen wir nun nochmals etwas weiter unterscheiden:

  • Zum einen gelangen die Öle so in unser Atemsystem, wo sie zum einen beispielsweise auf die Lunge sowie die Bronchien wirken und von dort auch weiter in den Körper gelangen, so dass sie systemisch wirken. Dies können wir uns beispielsweise bei Erkältungen oder Husten zunutze machen. Und zum anderen ist dies auch eine geeignete, sehr sanfte Anwendungsform, wenn eine topische Anwendung zu intensiv wäre (wie zum Beispiel bei Kleinkindern).
    Dieser Form der aromatischen Nutzung steht natürlich auch bei einem eingeschränkten bzw. fehlenden Geruchssinn nichts im Wege.
  • Und zum anderen können wir bestimmte ätherische Öle auch dazu verwenden, um unsere emotionale Balance, also auf unsere Gefühle Einfluss zu nehmen. Dies funktioniert dadurch, dass der Duft der Öle zunächst durch die Nase in die Nasenhaupthöhle und dort zu den Riechzellen, dem sogenannten Riechepithel gelangen. Die Verarbeitung dieser Eindrücke erfolgt anschießend im Olfaktorischen Cortex (dem “Riechhirn”), dessen Impulse dann von der Amygdala aufgegriffen und in eine Vielzahl möglicher emotionaler Reaktionen umgesetzt werden.
    Und hier kann es nun tatsächlich sein, dass diese spezielle Anwendungsform bei Menschen mit einem komplett verloren gegangenen Geruchssinn nicht mehr funktioniert. Solange jedoch der Geruchssinn zumindest teilweise noch vorhanden ist, ist es natürlich weiterhin möglich, ätherische Öle auch aromatisch zur emotionalen Unterstützung anzuwenden – selbst wenn der Wirkung hier möglicherweise etwas schwächer ist oder leicht verzögert eintritt.

Wirkung ätherischer Öle zur emotionalen Unterstützung

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